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Leserbriefe zur "Rechtschreibreform"

Als vor Jahren die Rechtschreibreform, an die eigentlich kein realistisch denkender Mensch mehr glauben wollte, doch noch beschlossen wurde und sofort einen Proteststurm erntete, war ein Argument der Befürworter der Reform, diejenigen, die nun protestierten, hätten sich jahrelang nicht zu Wort gemeldet und müßten daher eine Reform akzeptieren, deren Gestaltung sie sich verweigert hätten.

Nun ist diese Art der Argumentation genauso unsinnig wie die Reform selbst: Wieso sollte jemand einen Unsinn hinnehmen müssen, an dem er sich bewußt nicht beteiligt hat und zu dessen Beurteilung er/sie (wie die meisten Bürger/innen) nie eingeladen wurde? Ein solcher Vorwurf kann allenfalls diejenigen treffen, die sehr wohl eine Zwangsreform wollten, sich aber – wenn auch aus falscher Einschätzung der Chancen, eine solche durchzusetzen – dennoch an der Diskussion nicht beteiligen wollten. Sie trifft nicht diejenigen, die eine Zwangsreform grundsätzlich ablehnten – einen Reformzwang gibt es schließlich nicht –, und sie trifft auch nicht den Autor dieser Seiten, der bereits 1988 gegen die geplante Reform Stellung bezog.

Die folgenden Leserbriefe stellen Schlaglichter in der Diskussion um die Rechtschreibreform dar: Einer besonderen Einschränkung dieser "Literaturgattung", nämlich der geforderten Kürze unterworfen, beleuchten Sie pointiert einzelne Aspekte dieser unsäglichen "Reform".
    Typisch für Leserbriefe in heutigen Zeitungen ist, daß sie, obwohl sie explizit nicht die Meinungen der Redaktion widerspiegeln, in Schulschreibung abgedruckt werden – selbst dann, wenn sich der Beitrag inhaltlich gegen die Schreibreform richtet. Die daraus resultierenden Fälschungen am Original wurden hier überwiegend wieder rückgängig gemacht, um die Absichten der Autoren nicht zu verfälschen.

Daß es sich bei Leserbriefen regelmäßig um bewußte Fälschungen handelt, beweist eine freimütige Aussage der Zeitung Neue Westfälische gegenüber einem Leser im Juni 2002:
    Die Redaktion betonte zunächst wahrheitswidrig, "alle Texte" (also eigentlich auch die Leserbriefe!) in dieser Zeitung seien "nach den Regeln der neuen Rechtschreibung bzw. in der Schreibweise der Agenturen" abgefaßt, um dann wörtlich zuzugeben: "Aus diesem Grund überführen wir auch die Leserbriefe (fast alle werden in der ‘alten’ Schreibweise geschrieben) in die neue Form."

Es handelt sich hier übrigens nicht um ein Leserforum – für eigene Diskussionsbeiträge gibt es die Foren anderer, ausgezeichneter Websites, etwa der Deutschen Sprachwelt und vor allem der Forschungsgruppe Deutsche Sprache: Schrift & Rede!

Hans-Jürgen Martin



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