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Der folgende Leserbrief bezog sich auf einen Artikel "CDU kämpft für alte Regeln" am 26.04.2002 im Solinger Tageblatt. Die CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag kritisiert darin, daß "jeder schreibt, wie es ihm beliebt", und verlangt einen Prüfbericht der Landesregierung zum Stand der Umsetzung. Der CDU-Abgeordnete Recker zitiert einen Gegner der Rechtschreibreform: "Eine kultivierte deutsche Orthographie wird erst wieder allgemein üblich werden, wenn der Fehlgriff restlos zurückgenommen wird."

Leserbrief vom 13.05.2002 im Solinger Tageblatt

Rechtschreibreform

Sinnentstellend

Die Einsicht kommt spät, aber immerhin: Die CDU scheint zu begreifen, daß die Rechtschreibreform gescheitert ist: Nie wurden so viele Fehler gemacht wie nach 1999, selbst Amtsschreiben enden mit freundlichen "Grüssen". Zudem hat die hessische Wissenschaftsministerin (FDP) kürzlich zu Recht festgestellt, daß die neuen Regeln "in Wahrheit sinnentstellend" sind: Ist z.B. eine mir "wohl bekannte" Gegend 'vermutlich' oder 'gut' bekannt? Warum soll der "Tip" wie der (Lotto-) "Tipp" geschrieben werden, während der "Trip" weiter nur ein "p" hat?
    Chancen für eine Revision hat die CDU durchaus, wenn sie daraus ein Wahlkampfthema macht: Auf die gerade mal 10 Prozent, die die Schreibreform nach der April-Umfrage des renommierten Allensbacher Instituts für Demoskopie unterstützen, könnte sie bei Wahlen gut verzichten. Tragisch ist die Reaktion der Grünen: Was einst "basisdemokratisch" begann, ist heute zum Mitläufertum für eine Reform verkommen, deren Aushängeschild, das 1829 von Heyse erfundene Doppel-s, in Österreich schon 1902 nach nur 23 Jahren wiederabgeschafft wurde.

Hans-Jürgen Martin



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