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Leserbrief vom 10.08.2000 im Solinger Tageblatt
Rechtschreibreform

Durchgesetzt mit Arroganz

Die Rechtschreibung wurde mit ihrer "Reform" nicht leichter, sondern unübersichtlicher und schwieriger – nicht zuletzt für Kinder. Aber nicht die besseren Argumente oder die Zustimmung der Bevölkerung verhalfen ihr zum behördlichen Segen, sondern staatliche Arroganz und Macht, der sich zwar die meisten Verlage, aber nur wenige Bürger gebeugt haben. Zwar ist die Reform nur ein unverbindliches, "außerrechtliches Regelwerk" (Landgericht Schleswig-Holstein), doch wird sie an Schulen gegen den Elternwillen durchgesetzt, und Leserbriefe werden – auch in dieser Zeitung – zwangsreformiert. Dabei sind die Verlage auf staatlichen Segen gar nicht angewiesen – im Gegenteil: Die Kultusminister können die Zwangsreform nur so lange durchhalten, wie sie auf das schlechte Vorbild der Presse verweisen können. Um so mutiger ist der Schritt der FAZ, von sich aus die gewohnte Rechtschreibung wieder einzuführen. Wenn dem Solinger Tageblatt dieser Mut fehlt, warum befragt es dann nicht seine Abonnenten und läßt die Leser entscheiden?

Hans-Jürgen Martin



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