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Dieser Leserbrief bezog sich auf gleich drei Artikel am 09.04.2005, welche die vom "Rat für deutsche
Rechtschreibung" beabsichtigte Rückkehr zur Zusammenschreibung begrüßten und ein Ende der
"Rechtschreibreform" forderten. Leider wurde der Text um eine Zeile gekürzt, was den Sinn verfälschte.
Die fehlenden Wörter sind hier grün und die zwei falschen Ersatzwörter rot in Klammern markiert.

Leserbrief vom 27.04.2005 im Solinger Tageblatt

Rechtschreibreform

Mahnmal des Scheiterns

Das Tageblatt kommentiert zu Recht, daß mit der sinnentleerten Getrenntschreibung auch "Begründung und Rechtfertigung der überflüssigen Reform insgesamt" entfallen und viele Schreibweisen "einfach nur lächerlich" sind. Unverständlich bleibt nur, warum das Blatt uns Lesern diesen Unfug Woche um Woche weiter zumutet: Ist denn die Einheit des Unsinns höher einzuschätzen als die befürchtete Einsamkeit des Sinns – selbst nach der Rückkehr der gesamten Springer-Presse?
    Nun besteht in der Tat die Gefahr, daß im wesentlichen die Visitenkarte der "Reform", die ss-Schreibung, als Mahnmal ihres Scheiterns übrigbleibt, weil die Kultusminister ihr Gesicht wahren wollen. Gerade das "ss" aber führt zu mehr Fehlern, wie eine Studie der Universität Leipzig belegt. Kamen z. B. bisher am Silben- oder Wortende nur "s" und "ß" vor, so müssen Schulkinder nun zwangsweise zwischen "s", "ß" und "ss" unterscheiden: Gas + Bus, Kloß + Ruß, Fass + muss. Die behauptete Vereinfachung der Orthographie bleibt ein "Missverständnis": Warum dieses Wort vorn mit "ss" und am Ende mit einfachem "s" zu schreiben sei, [Die Regeln] kann weiterhin niemand einem Kind schlüssig erklären.

Hans-Jürgen Martin



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