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Dieser Leserbrief war eine Reaktion auf den Artikel "Rufe nach härteren Strafen für jugendliche Täter" im Solinger Tageblatt am 27.12.2007. Der Untertitel lautete: "U-BAHN-ÜBERFALL Gegen die beiden Schläger, die einen Rentner halb tot geschlagen haben, wurde Haftbefehl erlassen." Die Getrenntschreibung war dabei nicht der einzige Fehler: Natürlich hätte es grammatisch korrekt heißen müssen: "[...], die einen Rentner halb totgeschlagen hatten." Und im eigentlichen Leserbrief schließlich wurde aus einem ß ein einfaches s:

Leserbrief vom 26.01.2008 im Solinger Tageblatt

Das Gegenteil war wohl gemeint

zu Rechtschreibung
Schon zweimal berichtete das ST auf der Titelseite über jene Schläger, die einen Rentner „halb tot geschlagen“ hätten (27.12.2007). Wer seine Muttersprache kennt und pflegt, fragt sich da im ersten Moment: Wie schafften es halbtote Schläger, einen Rentner zu schlagen? Gemeint war doch wohl das Gegenteil, nämlich das der Rentner ‚halb totgeschlagen’ wurde! Was denkt sich der Journalist dabei, wenn er der Sprache derart Gewalt antut (nicht: „an tut“)? Merkt er nicht, daß „halb tot geschlagen“ anders gesprochen bzw. betont wird als „halb totgeschlagen“ und etwas anderes bedeutet? Vielleicht aber hat er gar nichts gedacht und gemerkt, sondern sich einfach auf sein Korrekturprogramm verlassen, das seit der „Rechtschreib-Reform“ auf Bedeutung keine Rücksicht mehr nimmt und Getrenntschreibung selbst dann empfiehlt, wenn die Zusammenschreibung weiterhin richtig (siehe „resultative Prädikative“) und in diesem Falle die einzig sinnvolle ist. Das zunehmende Problem der Jugendgewalt ist zu ernst, um durch widersinnige Formulierungen lächerlich gemacht zu werden.
Hans-Jürgen Martin
42657 Solingen



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