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Der folgende Leserbrief bezog sich auf den Artikel "Ein Elend, das nicht enden will" von Eberhard
Fehre am 5. Juni 2004. (Eine Fälschung – nämlich bewusst im 5. Satz – wurde korrigiert.)

Leserbrief vom 10.07.2004 im Solinger Tageblatt

Rechtschreibreform

Elend ohne Ende

Die Getrennt- und Zusammenschreibung der Schlechtschreibreform ist in der Tat ein "Elend, das nicht enden will", aber nicht nur das: Staatlich verordnete Bedeutungsänderungen sind Ausdruck totalitärer (Kultur-)Politik, wie sie uns z. B. der berühmte Roman "1984" vor Augen führt. Und sie verwirren: Wenn uns im Mai ein Plakat fragte, warum Genforschung so "schlecht gemacht" werde, meinte es dann 'schlecht geforscht' oder 'miesgemacht'? Und wenn das Tageblatt sich dieses Elends bewußt ist, warum endet dann sein Artikel am 5. Juni 2004 mit der Feststellung: "Das konnte nicht gut gehen", wobei bei die Betonung auf "gehen" liegt? Gemeint war doch wohl "gutgehen" mit betontem "gut" und im Sinne von 'gelingen' – oder?
Aber auch andere Bereiche der Sprache leiden, etwa durch den unsinnigen Bindestrich: Immer wieder schreibt die Presse von einem "17-Jährigen" oder einer "71-Jährigen". Jeder weiß, was ein Zeitungs-Redakteur ist, weil das Wort "Redakteur" allgemein bekannt ist und "Zeitungs" ihn näher bestimmt. Was aber ist ein "Jähriger"? Haben Verleger denn kein Sprachgefühl?

Hans-Jürgen Martin


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