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Leserbrief vom 20.12.1988 im Solinger Tageblatt

Rechtschreibung:

Bitte nicht herumdoktern

Wer beruflich mit unserer Sprache zu tun hat, weiß, daß die Hauptschwierigkeiten der deutschen Sprache in der Groß- und Kleinschreibung und in der Zusammen- und Getrenntschreibung sowie in wenigen Kommaregeln (z. B. Beifügungen) liegen. Die wichtigste Reform wäre eine gemäßigte Kleinschreibung, wie sie im übrigen Europa üblich ist. Ein Herumdoktern an der Schreibweise einzelner Wörter ist hingegen prinzipiell überflüssig, weil Schreibungen historisch gewachsen und letztlich ohnehin immer willkürlich sind.
    Wer hier dennoch eine "Vereinheitlichung" anstrebt, müßte sich wirklich konsequent an der Lautung orientieren – und sein Handwerk verstehen: "Keiser" z. B. ist Unfug, weil der Doppellaut "ei" im Deutschen tatsächlich /ai/ ausgesprochen wird (anders als /ei/ in Make-up). Spätestens bei den Lehnwörtern aber gäbe es Probleme: Natürlich – wir können auch kämpen, kompjutern, Kruaßangs essen oder ein Satäng-Kleid mit Wolangs kaufen (im Nju-Luk). Aber wollen wir das wirklich?

Hans-Jürgen Martin

Dieser Leserbrief war eine Reaktion auf einen Zeitungsartikel Anfang Dezember 1988.



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